Donnerstag, 11. September 2008

polizei

oder kindergartenkinder und der verkehr.

als ich noch ein kleiner dreikäsehoch war, hab ich jedes wort vom man in uniform in mich eingesogen, um die nächsten tage ja all seine ratschläge zu befolgen z.b. das ritual am zebrastreifen: warte-luege-lose-loufe. so viel übung macht sich bezahlt. ich spule zwischenzeitlich das w-l-l-l so schnell ab, dass ich damit bei den jetzigen kindergärtnern thema nummer eins bin, denn die kriegen meine schnelle aktion gar nicht mit und halten mir eine standpauke.

so lief ich gestern mit schon leicht strapazierten nerven los, um die grosse vom unterricht abzuholen. den 'kleinen' schob ich im kinderwagen vor mir her, da sonst nicht garantiert ist, dass er auch wirklich in die gleiche richtung, und vor allem auf dem trottoir/am strassenrand mitläuft. und händli gäh ist ja sowas von out!

auf dem rückweg hatte ich tatkräftige hilfe im wagenschieben. da war ich die ersten paar meter wirklich froh drum. doch dann kamen 3 - die einzigen 3! - fussgängerstreifen. bei der ersten nebenstrasse blieb sie, wie gelernt, am trottoirrand stehen, schob dabei den kinderwagen mit bruder halb auf die strasse - ich korrigierte -, blickte nach links und rechts, horchte, hörte ein auto - auf der hauptstrasse -, wartete. das auto fuhr rechts an uns vorbei. gleiches spiel nochmals, warten, links und rechts schauen, horchen und laufen bis zum inseli in der mitte der strasse. die hälfte war geschafft. die andere strassenseite haben wir - dank verkehrsarmut - ziemlich schnell erreicht.

und dann standen wir da. an der hauptstrasse. vor der mittagszeit. es hagelte autos. darunter auch solche mit recht freundlichen fahrern, die ihr tempo so gedrosselt hatten, dass sie noch vor dem streifen zum stehen kamen. ich hab das natürlich gekonnt von weitem registriert, machte die kinder darauf aufmerksam, dass uns die fahrer über die strasse lassen. doch madame konnte mit der einladung nicht viel anfangen und wollte partout nicht die strasse überqueren. die freundlichen autofahrer wurden immer unfreundlicher und riefen sogar aus dem auto, wir sollen uns endlich bewegen. sie nahm das warten äusserst ernst und bewegte sich kein stück - ich, in sorge um ihren bruder im wagen, auch nicht. winkte also alle autos erst mal durch, bis dann wirklich keins mehr kam und wir unseren weg schnellen schrittes mit besserwissendem kommentar 'of de stross rönnt mer ned' fortsetzen konnten.

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