Samstag, 19. Mai 2007

grusel

teil meines teleclub-abos ist ein kanal namens 13th street. tag und nacht wird man mit action, mystery und thriller bestrahlt. normalerweise nehme ich abstand vor allzu blutigen filmen, da ich mir selbst genug angst einreden kann.

der sender wirbt mit serien und spielfilmen ohne werbeunterbrechung. eine tolle sache. zwischen den einzelnen programmen läuft jedoch sehr wohl werbung. passend zum genere des kanals unter anderem auch für deutschen schlager.

Mittwoch, 16. Mai 2007

trailer

vor allen andern, die sich für ein verlängertes wochenende auf den weg durch die verstopften autobahnen der schweiz machen, düsten wir schon letzten freitag mit mopsgeschwindigkeit nach montpellier englischsprechende französischstudenten besuchen.

es erwartete uns ein wirklich multikulturelles volk und ebensolches essen – natürlich auch typisch französisches bei einem picknick im park mit feinem zuvor am markt gekauften käse, oliven, tomaten, wurst, brot… und erdbeeren.

genächtigt haben wir in der zentral gelegenen jugendherberge, wo uns der moderne gefängnischarm überwältigte. der blick aus dem teils vergitterten fenstern garantierte unterhaltung pur. wer auf der oberen etage des metallenen kajütenbettes schlafen durfte, konnte sich sogar das geld für das karussel am place de la comédie sparen. gaben wir am ersten abend noch dem wein die schuld für das schaukeln des selbigen, stellten wir schnell fest, dass es nicht nur daran liegen konnte, denn beim kleinsten lachanfall schlug das obere bett aus wie ein pendel.

bevor wir am sonntag nachmittag wieder in die schweiz zurückfuhren, deponierten wir unser gepäck im auto. diese aktion führte uns nochmals vor augen, dass wir in meinem punto keinen platz für grössere souveniers haben werden. so konnten wir weder sperrige mitbringsel vom flohmarkt oder eine schöne lampe aus der mall, noch den süssen, scheinbar herrenlosen labrador mit nach hause nehmen, der uns für eine runde um den block schön bei fuss begleitet hat.

gab es auch weniger erfreuliches? ja. gab es.

so nervten uns die billetautomaten der t(r)am, die weder unsere carte magnetique noch euroscheine annehmen und nur mit münz gefüttert werden wollten, und das bei beträgen von ca. 20 euro.

auch werden die hinterlassenschaften der hunde und teilweise zweibeiner (iiih) ganz unrobidoglike entsorgt – oder eben nicht.

aber daran wollen wir das wochenende nicht aufhängen. denn dafür war es zu toll.

Mittwoch, 25. April 2007

kikerikii

der grat zwischen traum und realität ist schmal. dazwischen: das aufstehen.

meist dauert es nur ein paar milisekunden. der neue tag startet ungefragt. tapfer stelle ich mich allem, was kommt.

beginnend beim 20. blick auf den wecker. die tatsache, dass das zeitfenster, wo es noch auf den nächsten zug reichen würde, immer kleiner wird, kann mich nicht mehr wirklich schocken. der spurt an den bahnhof ist bereits alltag.

vielleicht wäre der allmorgentliche prozess nicht so eine qual, wenn ich das aufstehen feiern, den neuen tag mit einem lächeln begrüssen, dem bett nicht nachtrauern würde.

wenn. wäre. würde.

ehe ich mich darauf freue, gewinne ich im lotto.

lotto

flucht

wir zelebrieren ein trauriges ereignis. ein arbeitskollege verlässt unsere runde, das büro, die stadt, den kanton. wir treffen uns in einem lokal, um uns von ihm zu verabschieden. verabschieden gleichzeitig auch die aufkommende trauer über den weggang. ertränken sie. wenn der alkohol dazu nicht reicht, werden schärfere geschütze aufgefahren. man konsumiert so lange bis das schlechte gefühl der übelkeit weicht. welche man(n) wiederum mindert, indem man den abend in die aare revuepassieren lässt. prost!

Mittwoch, 18. April 2007

apollo

stop the rock.

you can’t stop the rock.

so dröhnt es aus meinem linken kopfhörer – der rechte funktioniert wegen wackelkontakt der steckerbuchse schon länger nicht mehr. in dem moment stoppt der rock wirklich. mitten im lied. der ipod hängt. die garantie garantiert verfallen.

macgyver

2 männer

1 wand

3 löcher

1 kabel

1 auftrag

0 erfolg

die amüsierende bilanz eines mittwochabends.

Dienstag, 10. April 2007

mauser

die tage werden länger. die sonne zeigt sich öfter. vogelgezwitscher begleitet mich auf dem allmorgentlichen sprint an den bahnhof. frühling. vorsichtig zu geniessende jackenfreie zeit. schliesslich bin ich nicht scharf auf eine extra-erkältung neben den aprilwetter-migräneattacken. wie vernünftig. auf der strasse ist die frühjahrskollektion allerdings schon länger zu bestaunen. da kann man nur rätseln, ob die rote nase von einer pollenallergie herrührt oder von zu legerer kleidung. gsondheit! auch die tiere haben sich voll auf frühling eingestellt, befreien sich vom winterfell und zeigen sich von ihrer schönsten seite. wenn man dem wetterfrosch glauben soll, dürfen wir uns an ostern auf ein super wetter freuen. ich freue mich primär auf die freie zeit. auf das ausspannen auf dem noch zu begrünenden balkon. die ruhe. wunschdenken. mit ruhe ist nichts. ausser die nachbarskinder gehen auf familienbesuch – idealerweise mehrere tage lang. in der regel tummeln sie sich während meines wohlverdienten feierabends/wochenende 2 stockwerke unter mir – parterre – und schonen weder den rasen noch den fussball, den sie in unregelmässigen abständen auf meine terrasse katapultieren, geschweige denn meine nerven. eben diese nerven könnte ich theoretisch auch in den frühlingsputz investieren. ein grausliges unterfangen, wie der halbherzige kampf gegen unkraut oder meine weissen haare.

übrigens – interessant zu wissen, nicht die haare sind das ‘problem’, nein, es liegt an den augen.

haare ergrauen nicht plötzlich, sondern langsam schritt für schritt. der grund für das ergrauen ist, dass der körper im alter (!!!) oder aufgrund bestimmter erkrankungen keine ausreichenden mengen der aminosäure tyrosin produziert, welches für die melaninproduktion essentiell ist. das fehlende melanin wird durch einlagerung von luftbläschen in den haarschaft ersetzt. solche haare erscheinen für das menschliche auge grau bis weiss.
http://de.wikipedia.org/wiki/Haarfarbe

Mittwoch, 4. April 2007

antriebsschwierigkeiten

überall sieht man sie stehen. rote selectaautomaten. oftmals meine letzte rettung, wenn der schoggientzug kaum auszuhalten ist. dankbar nimmt er mein schwer verdientes münz und sorgt für nachschub.

heute in der früh hätt ich gerne in eine caprisonne investiert. vitamine für einen gesunden start in den tag. wie ich so vor dem automaten stehe, entdecke ich ein weisses email schild mit schwarzen lettern. ausser betrieb. ich bin neidisch. gerade um diese uhrzeit wäre so ein schild doch echt praktisch. auch wenn es nicht der momentanen mode entspricht. ich würde es mir sofort um den hals hängen.

ausweichmanöver

schwankend mache ich mich auf den weg durch die bahnhofsunterführung. auf der hälfte der strecke merke ich, dass ich es nicht nach hause schaffen werde, wenn ich nicht bald was in magen kriege. essen hilft im besten fall gegen aufkommende migräne, also beschliesse ich, kurz was kaufen zu gehn. ich kämpfe nicht nur gegen das brummen im schädel an sondern auch gegen all das entgegenkommende volk. leider sehe ich nicht so elend aus, wie ich mich fühle, denn die leute rennen mich fast um. mag mich nicht aufs ausweichen konzentrieren. nach dem gefühlten 200. mal rumgeschubst zu werden gehe ich in die offensive. soweit es mir möglich ist, laufe ich energischen schrittes richtung aperto. da kommen mir zwei breitschultrige typen entgegen. wildentschlossen mich nicht aus der bahn bringen zu lassen, halte ich den kurs bei. zugegeben der gegner ist nicht zu unterschätzen… aber wofür hat man ellbogen. ätsch!

krampf

beim frankieren der post schiesst es mir wie ein blitz durch den kopf:

ich habe

  1. den einen, äusserst wichtigen brief zu hause liegen lassen, dabei muss er unbedingt heute noch raus – vonwegen poststempel und so.
  2. migrääääääne

da die dorfpoststelle bereits zu hat, ehe ich zu hause ankomme, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich nochmals auf den weg nach aarau zu machen und den umschlag dort einzuwerfen. also los:


feierabend: kurz nach 18 uhr

zug nach aarau: 18.22 uhr

zug nach hause: 18.36 uhr

ankunft bahnhaltestelle: 18.59 uhr

ankunft zu hause: 19.03 uhr

ich finde den brief da vor, wo ich ihn am vorabend hingelegt habe. spätestens beim verlassen der wohnung am morgen hätte ich ihn sehen müssen.

verlassen der wohnung: 19.03 uhr

ankunft bahnhaltestelle: 19.07 uhr

zug nach aarau: 19.10 uhr

ankunft aarau: 19.35 uhr

schnell zur post. geschafft! aufatmen.

zug nach hause: 19.51 uhr

ankunft bahnhaltestelle: 20.14 uhr

ankunft zu hause: 20.20

wer kein kopf hat, hat beine. ich glückliche sogar 2. sie sind nicht wirklich lang und alles andere als trainiert. obwohl es für solche notfälle reicht, gebe ich mir mühe, mit mehr köpfchen durch die welt zu gehen.

Donnerstag, 29. März 2007

bulldozer

obwohl sich am morgen noch eine migräne angekündigt hat und ich mich total verkrampft aus dem bett geschält habe, bin ich den ganzen tag mit guter laune unterwegs. ganz nach dem motto: s läbe esch schön.

schön sind auch die pendenzen, die sich zu hause anhäufen. nämlich schön viele. folgende liste habe ich im büro noch erstellt, damit ich zu hause nicht ins rotieren komme.

  1. was zum znacht einkaufen
  2. nach hause pilgern
  3. kochen
  4. tiere versorgen
  5. wäsche zusammentragen + waschen
  6. essen
  7. küche aufräumen
  8. tasche packen
  9. wäsche zusammenlegen+verstauen = platz für nasse wäsche
  10. duschen
  11. wäsche aufhängen (sofern die maschine fertig gewaschen hat)
  12. bettfertig machen
  13. früh schlafen gehen

auf dem nachhauseweg komme ich am coop vorbei. vor dem ausgang werden servelats und bratwürste verkauft. trifft sich super. punkt 1, 3 und 6 sind also bereits gegessen. punkt 7 und ebenso punkt 9 sind da schon ein wenig hartnäckiger. kein grund die mundwinkel nach unten zu ziehen. schliesslich bin ich noch nicht zu hause…

unterwegs kommt mir ein roller entgegen. und obwohl der fahrer einen helm aufhat, erkenne ich ihn, noch vor er mir zuwinkt. sehe sein lachen bildlich vor mir. winke zurück. kaum ist er an mir vorbei gefahren shuffelt mein ipod zu den oliver onions. grinsend erinnere ich mich zurück an einen grossen, breitschultrigen, italienischen brummbär, der fern der leinwand für seine leistung im schwimmen (olympia) bekannt ist, im fernsehen jedoch durch das austeilen der fäusten glänzt. carlo pedersoli, besser bekannt als bud spencer. heute wie damals eine kultfigur. seine filme: must seen! wenn auch nur der nostalgie wegen.

zu hause komme ich schneller voran als erwartet. entscheide, dass ich statt punkt 10 lieber ein entspannendes bad nehme. und mit punkt 11 bis morgen morgen warte, wofür hab ich sonst einen tumbler im bad stehen - also kann ich punkt 9 ruhig noch ein weilchen hängen lassen. nachdem ich den heutigen tag noch hier festhalte, folgt dann also punkt 13.

link:
bud spencer
oliver onions